Facebook steckt in einer Krise, sagen die einen. Die anderen meinen, dass das soziale Netzwerk maximal einen kleinen Dämpfer erfährt, der keinerlei gravierende Auswirkungen haben wird.

Der Werbeboykott in den USA zeigt, wie wichtig es ist, Position zu beziehen und klare Grenzen aufzuzeigen. Nun sollen auch europäische Unternehmen auf den Zug aufspringen und ihre Werbebudgets bei Facebook im Juli einfrieren. So soll das soziale Netzwerk gezwungen werden, seine Politik gegenüber Rassismus und Hass im Netz und Verhetzung zu überdenken. Die Frage ist jedoch, wie nachhaltig und gravierend die Veränderungen sein werden.

Es gibt lediglich einen Weg, der Facebook - und andere soziale Netzwerke - zu einem richtigen Einlenken bewegen würde: Wenn die Nutzer ihre Macht ausnutzen und Zeichen setzen. Nur wenn die Anwender im großen Stil Facebook verlassen, wird sich das auf die Werbeerlöse auswirken und Veränderungen herbeiführen. Doch wer beginnt? Wer steigt aus und hofft, dass es eine andere, bessere Plattform gibt, auf der man sich austauschen kann? Wer empfindet Facebook als wirkliche Gefahr? Der klassische Facebook-Nutzer kann mit Instagram und Co. eher wenig anfangen.

Die Jungen haben Facebook schon vor einiger Zeit verlassen, ältere Nutzer rückten nach und diese sind eher schwer zu einem Umstieg zu bewegen.

Es wird sich zeigen, ob die Macht des Einzelnen groß genug ist, um eine Bewegung auszulösen.