Das (um einige Tage) vorgezogene und damit verbotene Mannschaftstraining hat dem LASK möglicherweise den ersten Meistertitel seit 1965 gekostet. Der Grunddurchgangssieger und Co-Favorit hat damit nicht nur viele Sympathien, sondern zunächst auch jede Menge Punkte (zuerst deren sechs, dann vier) verspielt. Was aber wesentlich schwerer wog: Es hat die Erfolgsmannschaft, die in dieser Saison durch Europa und Österreich marschiert ist und durch nichts zu erschüttern schien, ordentlich verunsichert und letztlich auch aus der Bahn geworfen. Gleich drei Niederlagen setzte es im eigenen Stadion durch dumme Gegentreffer jeweils im Finish.

Der angebliche und de facto ohnedies nicht messbare Wettbewerbsvorteil durch den Trainings-Frühstart hat sich durch die enorme, der Corona-Thematik geschuldeten Empörung als gewaltiger Wettbewerbsnachteil für die Athletiker entpuppt. Um nicht auch noch in den letzten beiden Runden, in denen es gegen Rapid und Salzburg geht, Rang zwei oder drei zu verspielen und womöglich als Vierter durch die Mühlen der Europa-League-Qualifikation zu müssen, hat die Klubführung am Dienstag darob die Reißleine gezogen: Der neuerliche Protest gegen den Vier-Punkte-Abzug findet nicht statt, die Tabelle am Abend des 5. Juli bleibt jedenfalls die Endtabelle. Ein Signal weniger an die Liga, die damit keine nachträgliche Umreihung vornehmen muss, sondern einzig an die LASK-Spieler. Sie - und nur sie - müssen jetzt die notwendigen Zähler für das sportliche Minimalziel sichern. Was es wiegt, das hat’s, Nachschlag gibt es keinen mehr. Der Versuch einer Katharsis, dessen Ausgang spannend zu sehen sein wird. Macht es die Köpfe mit einem Mal wieder frei?