In der Haut der europäischen Fußball-Konföderation UEFA möchte man nicht stecken. Da wird sie jahrelang dafür kritisiert, dass ihr Financial-Fairplay-Programm zahnlos sei und nur kleine Klubs bestraft werden, während die großen immer wieder Schlupflöcher finden. Dann will sie mit einem Europacup-Bann für Manchester City ein Exempel statuieren - und wird prompt vom Internationalen Sportgerichtshof CAS overruled. Dieser hob die Sperre, die die UEFA wegen "schwerwiegender Verstöße" ausgesprochen hatte, nun auf und reduzierte auch die Geldbuße, die die Engländer zu berappen haben, von 30 auf 10 Millionen Euro.

Der Jubel in Manchester ist groß, im UEFA-Hauptquartier in Nyon wird man sich aber nun erst recht die Frage gefallen lassen müssen, wie wasserdicht die eigenen Regularien denn nun sind. Zwar kam auch das Sportgericht in Lausanne zum Schluss, dass City gegen das Financial Fairplay verstoßen habe, sah aber im Gegensatz zur UEFA nicht genügend schlüssige Beweise für einen Europacup-Ausschluss vorliegen. Außerdem seien viele Vorstöße aufgrund des von der UEFA vorgesehenen Zeitraums von fünf Jahren bereits "verjährt", teilte der CAS weiters mit.

Dennoch geht die UEFA nur auf den ersten Blick als Verlierer in der Causa vom Platz. Auf den zweiten konnte sie ihr Gesicht wahren - und darf in der kommenden Saison weiter auf eines ihrer Zugpferde setzen. Vielleicht will man ja doch in ihrer Haut stecken. Die Großen sind fein raus - daran hat sich nichts geändert.