Eine rührende Robbe. Ein pummeliger Panda. Ein flauschiger Vogel. Es gibt Tiere, die erleichtern den Umweltschutz-Organisationen die Arbeit maßgeblich. Jedoch: Es kreuchen, fleuchen und flosseln auch Wesen über diese Welt, die Gift für jede Spendenkampagne sind. Die Spinne etwa. Oder der Hai, der am heutigen Dienstag seinen "internationalen Tag" hat. Wem gehen bei diesen zwei Arten schon Herz und Geldbörserl auf?

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.

Die Gründe dafür sind Angst, Ekel - und wohl etwas, das man ein PR-Problem nennen könnte. Hätten die Tiere einen Gleichstellungsbeauftragen, er würde seit langem im Menschenreich protestieren: Wie kam der Eisbär nur in den Rang eines Kuscheltiers, wo er doch eher eine Killermaschine im Pelz ist? Warum gilt die Spinne als Hydra der Haushalte, während sie tatsächlich nützliche Arbeit (Stichwort Gelsen) verrichtet? Und warum firmiert der Hai als Menschenfresser, während er in Wahrheit meist unter Fischkollegen bleibt? Bestseller wie "Der weiße Hai" und "James Bond: Goldfinger" haben da beste Negativ-PR geleistet. Tatsächlich sind 2019 nur zwei Menschen zwischen Hai-Kiefern gestorben, mehr als eine Million aber im Verkehr.

Nun soll dies keine Aufforderung zum Hai-Paarschwimmen sein - aber wohl dazu, das Image gewisser Tier-Buhmänner zu überdenken und ihnen eine freundlichere Darstellung zu wünschen. Ein wenig Pionierarbeit hat da immerhin die Serie "Biene Maja" geleistet: Dort spielt die Spinne Thekla zwar grässlich Geige - kann im Falle eines Freundschaftsdienstes aber zuckersüße Saiten aufziehen.