Es war eine ungewohnte Woche für Fans des Vox-Erfolgsformates "Das perfekte Dinner". Denn die Sendung, in der sich fünf Kandidaten wechselseitig bewirten, wurde während der Corona-Krise gedreht. Und das war dann doch etwas spooky. Die Gäste saßen an langen Tischen mit eineinhalb Meter Abstand zueinander, nochmals getrennt durch Plexiglas-Scheiben. Der Einlass in die Wohnung erfolgte einzeln, Begrüßungsrituale unterblieben und wessen Wohnung nicht den dafür nötigen Hallen-Charakter hatte, musste in eine große Miet-Küche ausweichen.

Das ist natürlich kein schöner Anblick für die ansonsten doch recht heimelige Sendung. Gut, jetzt kann man argumentieren: Besser als die Sendung fällt ganz aus und wir müssen uns in den kommenden Monaten mit Wiederholungen vom Jahre Schnee begnügen. Auf der anderen Seite: Wollen wir das wirklich sehen? Sozusagen hautnah miterleben, wie das verhasste Virus unsere gesamten sozialen Rituale und Umgangsformen pulverisiert?

Geschmackssache, freilich. Es kommt letztlich darauf an, was man vom Fernsehen erwartet. Eskapismus, also das Entfliehen in eine Welt, in der alles heil und gut ist? Oder Vorzeigen, wie man sich auch in Zeiten des Virus nicht unterkriegen lassen kann und dennoch ein halbwegs "sicheres" Dinner auf die Beine stellen kann. Welchen Zugang man wählt, ist eine Frage der persönlichen Einstellung. Ist das Glas halb voll oder halb leer? Wie auch immer: Gut gewaschen sollte es jedenfalls sein.