Die Befürchtungen im Vorfeld waren groß gewesen, doch sie haben sich weitgehend nicht bewahrheitet. Unmittelbar nachdem Real Madrid am Donnerstag mit einem 2:1 gegen Villarreal den 34. Meistertitel in der spanischen Liga gefeiert hatte, scharten die Fans zwar auf die Straßen, die meisten aber mit Auto- und Motorradkorso beziehungsweise auf Abstand und mit (wenn auch nicht immer korrekt getragenem) Mund-Nasenschutz. Und da und dort, wo es doch zu größeren Gruppenbildungen kam, wurde den Anweisungen der Polizei zumeist Folge geleistet, wie auf Videoaufnahmen zu sehen ist.

Zum Schaumwein gab es also eine schaumgebremste Party, wie es auch Real-Trainer Zinedine Zidane empfohlen hatte. Schon vor dem Spiel hatte er einen flammenden Appell an die Fans gerichtet, die Coronavirus-Maßnahmen zu beherzigen. "Wir denken an unsere Anhänger. Viele von ihnen haben eine schwere Zeit durchgemacht, viele leiden noch immer", hatte er gesagt. Schließlich war Spanien einer der Hot Spots der Pandemie in Europa - und auch Massenansammlungen wie beim Fußball haben ihren Teil dazu beigetragen.

Wie seine Protagonisten - Spieler, Vereine, aber natürlich auch die Fans - mit der jetzigen, wenn auch nicht gänzlich befriedigenden, Situation umgehen, wird neben der weiteren Entwicklung der Zahlen entscheidend für die weiteren Pläne, im Herbst wieder Zuschauer in den Stadien zuzulassen, sein. Das sollte auch in anderen Ländern beherzigt werden. Denn eine schaumgebremste Party ist immer noch besser, als wenn es gar nichts zu feiern gibt.