Österreichs Fußball blickt gespannt nach Mattersburg: Am Freitag läuft die Frist ab, binnen der die Bundesliga beziehungsweise der für für die Lizenzierung zuständige Senat 5 Antworten auf die Fragen über die finanzielle Liga des Klubs haben will, der vor allem Mitte der Nullerjahre für Fußballmärchen gesorgt und es als vermeintlicher Provinzklub bis in den Europacup geschafft hat. Dem Höhenflug dürfte mit dem Aus der Commerzialbank, deren Vorstandsdirektor Martin Pucher gleichzeitig als Klubpatriarch agierte, verspätet nun der tiefe Fall in die Bedeutungslosigkeit folgen.

Dass man sich - vor allem im Sinne der Kicker, Vereins- und Bankmitarbeiter, die nun vor dem Nichts stehen könnten - auch als Konkurrent nicht über eine solche Situation freuen kann, ist für Stefan Köck, den Sportdirektor der eigentlich sportlich abgestiegenen WSG Tirol, klar. "Aber wenn wir eine zweite Chance bekommen, werden wir sie nützen", sagt er. Die Tiroler befinden sich allerdings in der Warteschleife - ebenso wie eine Quasi-Österreicher-Filiale in England. Das 2:1 gegen Brentford verschafft dem FC Barnsley, bei dem neben dem vom WAC abgeworbenen Trainer Gerhard Struber Rot-Weiß-Rot auch durch die Kicker Michael Sollbauer, Marcel Ritzmaier und Patrick Schmidt in Mode ist, einen Nicht-Abstiegsplatz in der zweiten Liga - sofern der englische Verband FA dem Einspruch des insolvenzbedrohten Vereins Wigan Athletic nicht stattgibt.

Ein solches Szenario ist freilich unwahrscheinlich - und Struber so oder so zurecht stolz auf seine junge Truppe, die bei seiner Amtsübernahme im November nur vom Ligaverbleib träumen konnte. Nun gilt es bei aller Euphorie, auf dem Boden zu bleiben. Denn allzu hochtrabende Träume haben sich schon oft als Schäume erwiesen. Da braucht man nicht erst nach Mattersburg zu blicken.

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