Die missglückte Adria-Tour des Serben Novak Djokovic samt Corona-Partys und Infektionen hat viel Staub - oder besser: Sand - aufgewirbelt. Und auch jetzt, rund um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf der höchsten Ebene, ist es nicht ruhiger geworden im Tennis. Denn aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung von Sars-CoV-2 laufen den Veranstaltern reihenweise die Stars davon.

Beim dieswöchigen Damen-Turnier in Palermo fehlt unter anderem die Weltranglistenzweite Simona Halep, für die US Open haben aus denselben Gründen die Weltranglistenerste Ashleigh Barty sowie bei den Herren Nick Kyrgios und Rafael Nadal abgesagt. "Die Situation ist kompliziert, die Covid-19-Fälle steigen. Es sieht so aus, als hätten wir keine Kontrolle", schrieb der freiwillig verhinderte Titelverteidiger und 19-fache Grand-Slam-Sieger am Dienstagabend auf Twitter - verzichtete dabei aber auf einen Rundumschlag à la Kyrgios.

Während in New York vor den US Open auch ein Masters-1000-Turnier ausgetragen werden soll, wurde das für September in Madrid avisierte abgesagt. Unsicherheit bestimmt den Spielplan - und auch die Planungen jedes einzelnen. Dass sich ein Topspieler, der vielleicht bei seiner Rekordjagd nicht mehr viele Gelegenheiten hat, diese eingesteht, verdient Respekt. Und ist nach der Adria-Tour ein angenehmer Kontrapunkt: Oftmals wissen sie halt eh, was sie tun.