Die Erleichterung war groß, der Jubel dennoch verhalten - mit gutem Grund. Vorerst bringt der unfreiwillig-freiwillige Rückzug des SV Mattersburg der Bundesliga Planungssicherheit, wie Liga-Vorstand Christian Ebenbauer noch am Mittwochabend nach der Verkündigung des Konkurses und des Liga-Verzichts festhielt. "Dadurch ist hoffentlich sichergestellt, dass die neue Saison mit zwölf Klubs begonnen und dann auch beendet werden kann", sagte er. Die zweite Liga wird indessen von den nachrückenden Rapid Amateuren aufgefüllt, ein entsprechender Beschluss im ÖFB-Präsidium ist nur ein Formalakt. Auch dort hat man dann also ein volles Teilnehmerfeld, das die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt. Dass alles gut wäre, könnte man aber keinesfalls behaupten.

Die meisten Mattersburg-Mitarbeiter stehen nun unverschuldet auf der Straße, für die Amateure muss eine Transferregelung gefunden werden, ein Bundesland ist einfach von der Landkarte verschwunden, und die Akademie soll zwar weitergeführt werden - wie attraktiv sie noch ist, wenn es keinen Profiklub gibt, ist aber eine andere Frage. Die Liga musste ihre Covid-19-Bestimmungen bezüglich der Lizenzierung adaptieren, dass nicht mit Verweis darauf schon vorher begangene Fehler übergangen werden, und die Planungssicherheit für die Klubs ist eine relative. Zum einen hat schon alleine die mehrmonatige Corona-Pause den Vereinen Einnahmeneinbußen beschert, die ihnen noch länger nachhängen werden, zum anderen ist die Zukunft der Unternehmen, die sie sponsern, ungewiss. Auch Swarovksi, der Partner des Nun-doch-nicht-Absteigers Wattens, ist davon betroffen. Insgesamt gilt also: Du sollst das Spiel nicht vor dem Schlusspfiff loben. Denn wenngleich dieser für den SV Mattersburg nun erfolgt ist - für die Krise gilt dies wohl noch lange nicht.