Es ist schon wieder eine ganze Weile her, dass ein Amerikaner bei den US Open triumphiert hat - bei den Herren zumindest. Andy Roddick hieß der Mann, und sein Sieg über den Spanier Juan Carlos Ferrero 2003 läutete einst auch das Ende der jahrelangen Vorherrschaft der US-Superstars Andre Agassi und Pete Sampras ein. Lediglich 2006 schaffte es Roddick noch einmal ins Finale von Flushing Meadows, wo er allerdings einem gewissen Roger Federer unterlag. Der Schweizer bildet seither gemeinsam mit Rafael Nadal (Sp) und Novak Djokovic aus Serbien jenes Trio infernale, das bei Grand Slams stets abräumt. US-Repräsentanten sucht man in den Siegerlisten hingegen vergeblich.

Dies könnte sich nun, zumindest was die am 31. August in New York startenden US Open betrifft, ändern - und zwar ausgerechnet dank Corona. So haben die Top 20 der Welt dem US-Tennisverband in einer gemeinsamen Konferenz die Forderung gestellt, dass sie trotz der Corona-Krise problemlos, also ohne Quarantäne, ausreisen dürfen, um im Anschluss bei den Sandplatzturnieren samt den French Open in Europa antreten zu können. Wird diese Garantie nicht erteilt, werden sie, darunter auch Dominic Thiem, einfach fehlen. Vorjahressieger Nadal hat schon vor Tagen abgesagt.

Unabhängig davon, dass der US-Tennisverband hier eigentlich der falsche Ansprechpartner - weil für die Quarantäne-Regeln der europäischen Staaten nicht zuständig - ist, so kann das für Amerika auch einen positiven Effekt haben, wenn auch nur den, dass damit die Chance für einen Heimsieg bei den US Open wieder steigt. Zumal sich unter den Top 20 gar keine US-Amerikaner finden, so auch nicht John Isner, der aktuell den 21. Rang belegt. Die Forderung seiner Kollegen aus Übersee unterstützt er nicht. Er wird schon wissen, warum.