Es sei "ein Traum wahr geworden, den niemand in der Corona-Krise zu träumen gewagt" habe, sagte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) erst vergangene Woche, als bekannt geworden war, dass die Damen-Tennis-Dachorganisation WTA ein Turnier in Pörtschach ab 31. August unterstütze. Nun ist dieser Traum geplatzt. Das Turnier, das mit 125.000 Dollar Preisgeld aufwarten hätte sollen, kann doch nicht stattfinden. Grund sei aber nicht das Geld, vielmehr sei eine Umsetzung der Covid-19-Präventionsmaßnahmen in so kurzer Zeit nicht möglich. Auch wären noch zu viele Fragen offen gewesen: Welche Spielerinnen überhaupt hätten antreten dürfen, welche Einreisebestimmungen gegolten hätten, wie die Unterbringung erfolgt wäre und nicht zuletzt, ob, unter welchen Umständen und wie viele Zuschauer zugelassen gewesen wären.

Nun, das hätte man sich auch überlegen können, ehe man mit dem Plan an die Öffentlichkeit geht, könnte man sagen. Schließlich hat ein internationales Tennis-Turnier im Normalfall eine Vorlaufzeit von mehreren Monaten. Andererseits war das Vorpreschen der Kärntner, deren Landeshauptmann angesichts der Tatsache, dass mit Pörtschach und dem Ironman am selben Tag gleich zwei Veranstaltungen gestrichen werden mussten, von "einer Hiobsbotschaft für den Sport sprach, strategisch vielleicht gar nicht so unklug. Denn Pörtschach, das schon früher Veranstalter war, ist nun auch im Tennis wieder ein Thema geworden, ein zweites Turnier in Österreich neben der Linzer Hallenveranstaltung für die kommenden Jahre durchaus realistisch.

Wenn es ein bisschen kleiner ausfällt, ist das wohl nicht zum Schaden österreichischer Spielerinnen, die sich in der Weltrangliste erst ab Position 137 (Barbara Haas) wiederfinden. Denn auch sie haben Träume.