Vor drei Wochen war der Start einer neuen Muppet-Show auf dem Streaming-Dienst Disneyplus angekündigt. In "Muppets Now" treffen wie einst die charakterstarken Puppen auf Hollywood-Größen. Allein, während man in den USA Kermit wieder rumfuchteln sehen kann und Miss Piggy in ihrer ganzen formidablen Schweinheit bewundern kann, gähnt einen hierzulande ein großes Nichts an.

Man kennt diese Ärgerlichkeit unter dem Namen Geoblocking. Wer sich schon einmal auf den Mediatheken von Arte oder ZDF herumgetrieben hat, lacht nur mehr bitter, wenn es wieder heißt: "Dieser Inhalt ist in Ihrem Land leider nicht verfügbar". Es geht da meist um Rechte, die in den Ländern unterschiedlich gelten. Das kann aber bei den "Muppets" und dem Giganto-Unterhaltungskonzern Disney wohl kaum der Fall sein. Obwohl man einen Abo-Betrag bezahlt, bekommt man nicht alle Inhalte angeboten. Das ist ein Vorgehen, das sich Disney noch einmal überlegen sollte. Man ruht sich dort ein bisschen zu sehr auf dem zugegeben großen Schatz des Filmarchivs aus. Für Netflix, Sky, Amazon, wie sie alle heißen, ist eine nach Kontinenten gestaffelte Veröffentlichung längst überholt. Die (Streaming-)Konkurrenz schleudert regelmäßig neue Programme in den Äther, warum sollte man dann ausgerechnet bei dem Anbieter bleiben, der seine Shows trotz Bezahlung unter Verschluss hält? Und überhaupt: Hat sich wirklich keiner überlegt, was passiert, wenn Miss Piggy von dieser Schweinerei erfährt?