Es ist ja nicht so, dass es ihm keiner gesagt hätte. Schon als Marko Arnautovic im Sommer des vergangenen Jahres für ein kolportiertes Jahressalär von elf Millionen Euro seine Unterschrift unter den Vertrag bei Shanghai SIPG setzte, waren Zweifel laut geworden, ob das mit seiner Nationalteamkarriere noch lange gut gehen würde. Dabei spricht Arnautovic selbst immer wieder gerne davon, den Länderspielrekord knacken zu wollen.

Dass ihm ausgerechnet ein Coronavirus auf dem Weg dorthin ein Hax’l stellt, hat allerdings niemand wissen können. Doch genau das ist nun passiert. Aufgrund der Reisebeschränkungen verzichtet Österreichs Teamchef Franco Foda für die Nations-League-Spiele gegen Norwegen (4. September) beziehungsweise Rumänien (7. September) auf einen seiner besten Offensivspieler.

Auch Schalke-Legionär Alessandro Schöpf, bei dem der Verdacht auf eine Infektion besteht, ist nicht im Kader. Das Tetris-Spiel, wer kann, unter welchen Umständen, und wer muss überhaupt von seinem Verein abgestellt werden - angesichts der unterschiedlichen Ausprägungen der Pandemie in den verschiedenen Ländern hat der Weltverband eben erst die Abstellungsrichtlinien gelockert - wird Fußball-Teamchefs auf aller Welt noch länger beschäftigen. Für jüngere Spieler ergibt sich dadurch freilich eine Chance. So haben es in Adrian Grbic und Christoph Baumgartner zwei Kicker in Fodas Kader geschafft, die ohnehin nach der sensationellen U21-EM-Teilnahme 2019 schon länger unter Beobachtung standen.

Und Arnautovic hat ja immerhin schon ein neues, zweites Standbein gefunden, entwickelte er doch in der Corona-Pause einen Gin mit (oder: gibt zumindest sein Gesicht und seinen Namen dafür her). Was den ersehnten Rekord betrifft, heißt es für ihn aber vorerst abwarten und Wacholderschnaps trinken. Wobei: Vielleicht auch keine so prickelnde Idee.