Im Anfang war das Chaos. Denn als ob man nicht gewusst hätte, dass es im Herbst im Fußball (ebenso wie in den restlichen Bereichen des Lebens) schwer genug werden würde, wenn sich von Covid-19 auf den ersten Blick kaum zu unterscheidende Erkältungssymptome und die Infektionszahlen wohl häufen werden, steht jetzt auch schon der Saisonstart unter keinem guten Stern: Vier Partien der ersten Runde im ÖFB-Cup mussten aufgrund positiver Sars-CoV2-Tests verschoben werden, sie sollen "zeitnah" nachgeholt werden.

In den Europacup-Qualifikationsspielen ist dieser Zug schon abgefahren, einige Spiele können gar nicht stattfinden, weil sich ganze Mannschaften in Quarantäne befinden. Die Matches wurden von der Uefa mit 3:0 für das jeweils gegnerische Team gewertet. Auch in Österreich werden Liga und ÖFB vor der Frage stehen, wie sie mit dem drohenden Terminchaos umgehen; komplette Absagen und Strafverifizierungen würden gerade die kleinen Vereine ganz besonders hart treffen. Ihre Spieler können nicht so durchgängig getestet werden wie jene der Bundesligisten, und gerade für sie bedeuten Cupspiele stets Volksfeststimmung und - verhältnismäßig - viele Einnahmen für die oft ohnehin klammen Kassen.

Genauso fallen nun auch die von Corona betroffenen Europacup-Anwärter unverschuldet um die Chance auf das große Geld um. Es ist legitim, dass die Fußball-Organisationen einen Weg suchen, um den Regelbetrieb halbwegs aufrecht zu erhalten. Und es werden viele zustimmen, dass improvisierter Fußball noch immer besser ist als gar kein Fußball. Dass es eine halbwegs normale Saison unter gleichen Voraussetzungen für alle sein wird, braucht man sich aber nicht vorzumachen. Darauf sollte auch bei Prämien und Solidaritätszahlungen nicht vergessen werden.