Neue Gegner hat er sich gewünscht, neue Gegner hat er bekommen - und es sind nicht nur sportlich hochkarätige, die die Champions-League-Auslosung Salzburg-Trainer Jesse Marsch bescherte und gegen die bei aller Freude über die zweite Gruppenteilnahme hintereinander sicherlich eine Steigerung gegenüber dem 3:1 über Maccabi Tel Aviv notwendig sein wird, sondern auch höchst attraktive.

Immerhin darf sich Österreichs Meister in der Gruppenphase ab 20./21. Oktober mit dem Titelträger Bayern München (und damit wahrscheinlich mit ÖFB-Legionär David Alaba) sowie dem mehrfachen Finalisten Atlético Madrid beziehungsweise Lok Moskau messen.

Umso bedauerlicher ist es, dass die Salzburger (wie alle anderen) noch immer nicht wissen, unter welchen Rahmenbedingungen die Spiele stattfinden. Dass ein Wegfall von Zuschauern erhebliche Mindereinnahmen beim Kartenverkauf bedeutet, ist klar - dass die aktuell unsichere Lage auch Einbußen beim Merchandising und in der Gastronomie bedeutet, vielen aber nicht bewusst; noch weniger sind es die Schwierigkeiten bei Verträgen mit Lieferanten, im Verkehrskonzept et cetera.

Freilich ist in dieser Situation jeder mit Herausforderungen konfrontiert, die bis vor wenigen Monaten noch niemand erahnen konnte. Und bemitleiden muss man die Salzburger nun sicher nicht. Doch wenn Uefa-Präsident Aleksander Ceferin bei einer Auslosung, die es sowohl in puncto Aufmachung als auch Länge mit jeder besseren Theaterinszenierung aufnehmen kann, davon spricht, dass es wichtig sei, dass der Ball wieder rollt, weil er auch in schwierigen Zeiten wie jener der aktuellen Pandemie Normalität und Freude zu den Menschen bringen könne, sollte er auch an die Vereine denken, die der Uefa als Cashcow dienen. Und diesbezüglich ist auch der Europaverband gefordert, gemeinsam mit den lokalen Behörden seinen Beitrag zu leisten, dass sie zumindest jene Planungssicherheit bekommen, die beides auch längerfristig ermöglicht.