"Es geht ums Überleben", hat Markus Waldner, Renndirektor der FIS, angesichts der bereits am 17. Oktober in Sölden startenden Ski-Weltcup-Saison am Dienstag gemeint. Und damit hat er nicht unrecht, nur steht er mit dieser Ansage mit dem Rest der Welt nicht alleine da. Wer nicht gerade Supermärkte betreibt, Masken herstellt oder Cristiano Ronaldo heißt, weiß um die Probleme und Sorgen der Corona-Krise. Täglich schließt irgendwo ein Großwerk, werden tausende Arbeitnehmer, darunter zahlreiche Familienväter und -mütter, "freigesetzt", wie das so unschön heißt. Gleichzeitig werden in den Schulen selbst den Kleinsten der Kleinen Masken übergestülpt, während in den Altenheimen Oma und Opa der Einsamkeit anheimfallen. Von den horrenden Staatsschulden, die im Namen der Jugend - weil diese müssen das ja einmal bezahlen - Corona-bedingt aufgenommen werden, gar nicht zu reden.

So sieht "Überleben" heute aus. Von der FIS und all jenen, die an deren Tropf hängen und in den vergangenen Jahren mit Tickets, TV-Rechten und Werbung Kasse gemacht haben, kann man das wohl nicht ganz behaupten. Verbände, Athleten, Hotellerie, Seilbahnen, Gastronomie - sie alle haben gut verdient. Vielleicht zu gut. Und auch die FIS wird die Corona-Saison 2020/21, nachdem im Vorjahr ein Rekordplus in der Höhe von 18,7 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet 17,4 Millionen Euro) eingefahren wurde, verschmerzen. Da hält sich das Mitleid halt in Grenzen.

So gesehen wäre alles andere als ein Durchziehen der Rennsaison und der Ski-WM in Cortina eine Bankrotterklärung der Branche. Was in der Formel 1 und im Fußball funktioniert, muss auf der Piste auch funktionieren. Und die FIS wird es überleben.