Natürlich sind acht Monate eine lange Zeit - und auch wieder nicht. Denn vor ziemlich genau acht Monaten hat die Coronavirus-Pandemie auch in Europa zu wüten begonnen, und nun sind es noch einmal knapp acht Monate, bis die Fußball-EM angekickt werden soll - laut den jüngsten Aussagen von Uefa-Chef Aleksander Ceferin in der ARD-Sportschau in jenen zwölf Ländern, die dafür vorgesehen sind. Nun sind die logistischen Herausforderung der ersten paneuropäischen EM ohnehin schon immens, und die Pandemie macht’s nicht eben leichter. Die Uefa überlege daher mehrere Szenarien - "mit Fans, ohne Fans, mit 30, 50 oder 70 Prozent", sagt Ceferin.

Eine Verlegung in ein Land, wie das zuletzt bei den Finalturnieren der Champions respektive Europa League der Fall war (und relativ gut funktioniert hat), sei derzeit aber keine nenneswerte Option. Einerseits kämen dafür nur wenige Länder in Frage - Deutschland, wo 2024 das nächste reguläre Turnier ausgetragen werden soll, wäre ein möglicher Kandidat -, andererseits will die Uefa offenbar nicht noch einmal ihre Pläne ändern, nachdem ihr durch die Verschiebung um ein Jahr ohnehin schon ein millionenschwerer Schaden entstanden ist.

Dazu hat freilich auch das lange Zögern der großen Sportorganisationen beigetragen, dem internationalen olympischen Komitee erging es mit den Sommerspielen in Japan nicht anders. Nun sollten sie daraus gelernt haben und möglichst schnell Alternativpläne entwickeln. Und die können sich nicht darin erschöpfen, wie viele Zuschauer in den Stadien zugelassen werden. Freilich kann sich die Lage in acht Monaten gebessert haben - kann, muss aber nicht. Für diesen Fall wäre es gut, man hätte ein Konzept in der Tasche. Denn was lange währt, wird nicht immer gut.