Schnelles Internet kann niemals schaden, so viel steht fest. Somit wäre es ja auch logisch, dass man sich auf 5G freuen kann. Die Anbieter arbeiten fleißig am Aufbau einer Netzinfrastruktur, Apple hat nun auch endlich mit seinen Mitbewerbern - Google, Samsung und Huawei - gleichgezogen und bereitet seine kommenden Smartphones für den neuen Standard vor, es ist also alles angerichtet.

Für Unternehmen und spezielle Nischen, etwa den Bereich E-Gaming, die von schnellerem Internet profitieren, mag eine bessere Zeit anbrechen - doch wer braucht 5G sonst noch? Die Provider haben begonnen, mit dem Homeoffice-Argument zu operieren. Wir werden uns ans Homeoffice gewöhnen müssen, und daher ist 5G ein Muss. Wer nun aber bisher schon mit 4G zufrieden war, wird wohl keinen Grund zum Aufrüsten sehen. Womit wir nämlich schon beim eigentlichen Problem wären: der Kostenfrage. Wer soll es denn bezahlen? Homeoffice und Homelearning für zwei Erwachsene plus zwei Kinder - macht vier neue Handys, vier teurere Handyverträge, zudem muss ohnehin auch eine schnellere Standleitung daheim installiert werden. In Wahrheit geht es eigentlich gar nicht um 5G; es geht um die Frage, ob alle Menschen Zugang zu schnellem Internet und entsprechender Hardware haben müssen; und wer dafür bezahlt. Jedem Kind seinen Laptop? Müssen die Schulen und Unternehmen die Rechnung tragen? Oder wollen wir wirklich eine digitale Mehrklassengesellschaft?