Es begann mit einer Absage - und es ist alles andere als auszuschließen, dass es auch so enden wird. Schon im April hat Utrecht klargestellt, nicht wie geplant als Austragungsort der ersten drei Etappen der Vuelta a España zur Verfügung zu stehen. Mittlerweile hat sich einiges geändert, und das nicht unbedingt zum Besseren. Der Start der letzten Grand Tour des Jahres wurde in den Herbst verlegt, obwohl alle Prognosen besagten, dass die Infektionszahlen dann wieder steigen dürften - quod erat demonstrandum - und die Wetterlage in den spanischen Bergen, auf denen sich nun beinahe das gesamte Geschehen bei der am Dienstag im Baskenland beginnenden Rundfahrt abspielen wird, ein zusätzliches Risiko darstellt.

Nahezu alle Länder haben die Maßnahmen wieder verschärft, Menschenansammlungen sind eher nicht so zu empfehlen. Bei der Vuelta setzt man daher auf ein strenges Sicherheitskonzept und hat auf neun Anstiegen Zuschauer untersagt. Dass es zu unguten Situationen kommen wird, lässt sich aber wohl kaum vermeiden, beim Giro, der gerade ins Finale geht, lässt sich das Tag für Tag beobachten.

Das gilt freilich nicht nur für die Fans, sondern auch die Fahrer. Aus der Italien-Rundfahrt mussten mehrere nach positiven Tests aussteigen, weswegen vielleicht nicht die Besten, sondern die Glücklichsten am Ende ganz vorne sind. Einige sind freilich auch aus anderen Gründen nicht mehr dabei, bei Nairo Quintana und Egan Bernal beendeten Verletzungen die Saison abrupt. Und solche sind gerade in der aktuellen Gemengelage noch wahrscheinlicher geworden. Wie sagt Bora-Fahrer Michael Schwarzmann vor dem Vuelta-Start? "Wir fahren jeden Tag, als ob es der letzte wäre." Bleibt nur zu hoffen, dass er das nicht wird - nicht nur wegen Corona.