Dass die Tiroler Grünen keine Freunde der lokalen Skigebiets- und Seilbahnwirtschaft sind, ist spätestens seit ihrem Eintritt in die Landesregierung hinlänglich bekannt. Das sorgt laufend für Diskussionen mit der ÖVP und für atmosphärische Verstimmungen in der Koalition. So sind etwa die Auseinandersetzungen rund um die angeblich geplante Sprengung eines Berggipfels ebenso gut in Erinnerung wie der auf eine Aktivistin gemünzte "Luder"-Sager eines ÖVP-Landesrats. Allein, die Schwarz-Türkisen lassen sich von derlei Agitation nicht beirren, schließlich geht es um den Erhalt tausender Arbeitsplätze.

Den Grünen bleibt damit nur, wie zuletzt ihren Parteifreunden im Bund in der Flüchtlingsdebatte rund um das griechische Lager Moria, gute Miene zur Tiroler Realpolitik zu machen. Wie diese strukturiert ist, lässt sich aktuell recht anschaulich anhand der Debatte rund um die Erweiterung des Skigebiets von Lech-Zürs für den Ski-Weltcup beobachten. Um die Piste für den Parallel-Bewerb Mitte November noch rechtzeitig fertigstellen zu können, wurden offenbar die Bauarbeiten, ohne dass alle Bescheide abgewartet wurden, in Angriff genommen - ein Vorwurf, den der Chef des Weltcup-Organisationskomitees, ein gewisser Patrick Ortlieb, nicht wirklich entkräften konnte.

Darauf, dass in Tirol eine Partei oder eine Behörde gegen dieses Projekt sein könnte, scheint hier offensichtlich kaum jemand zu kommen. Auch Ortlieb nicht. Es sei ja eh alles "wieder begrünt", sagte der Olympiasieger und Ex-FPÖ-Mann entschuldigend. Aber nicht nur aus diesem Grund werden wohl auch Ortlieb und die Grünen keine Freunde mehr.