Die zweite Welle der Covid-Infektionen ist da und führt dazu, dass kulturelle Aktivitäten weiter eingeschränkt bleiben und Maßnahmen möglicherweise sogar nachgeschärft werden müssen. Die Kultur, so scheint es, wird in einen unfreiwilligen Winterschlaf schlittern, weil zahlendes Publikum ausbleibt. So wird etwa die Musical-Produktion "Miss Saigon", mit der das Raimund Theater im Jänner 2021 nach erfolgter Sanierung wiedereröffnen sollte, schon jetzt auf Herbst 2021 verschoben. "Durch die Einstufung Wiens als Risikogebiet und die damit einhergehenden zunehmenden Beschränkungen und Reisewarnungen für Österreich und andere Länder sind Aufbau und Einstudierung einer Produktion dieser Größenordnung momentan nicht möglich", so die Vereinigten Bühnen Wien.

Das gilt sinngemäß auch für viele andere Kulturveranstaltungen, vor allem jene, die nicht dank öffentlicher Zuwendungen auch mit nur einem Bruchteil des Publikums spielen können. In Deutschland hat man sich dazu entschlossen, private Theater mit bis zu 30 Millionen Euro zu stützen. Gefördert werden bis zu 80 Prozent der Ausgaben für das künstlerische Personal. In Österreich werden nun die Stipendien im Kulturbereich erhöht. Bisher sind es 3,3 Millionen Euro, künftig wird es eine Million mehr sein. Das ist ein guter Schritt, wenngleich hier mehr auch mehr Hilfe wäre. Es ist eine Investition in Kultur, die wir dann wieder ganz genießen können, wenn die Situation endlich überwunden ist.