Was gab’s gestern zum Essen? Und vorgestern? Das kann einem schon einmal entfallen. Das ist nicht tragisch. Oder? Was war eigentlich gestern Abend im Fernsehen? Was vorgestern? Wird schon schwieriger? Und vorvorvorgestern? O.k., das gilt nicht, da war natürlich "Tatort".

Wer sich aber schon an vorgestern nicht mehr so gut erinnern kann, der hat wahrscheinlich neben dem Fernsehen auch noch die Nachrichten am Smartphone gecheckt. Oder die Ernte eingebracht bei irgendeinem Farm-Handyspiel. Eine Studie hat nun herausgefunden, dass man dieses Multitasking tatsächlich lieber unterlassen sollte. US-Wissenschafter haben untersucht, woher die Unterschiede, warum sich manche Menschen an manches besser erinnern, rühren. Wie sie im Fachblatt "Nature" berichten, lassen Pupillenbewegungen und Hirnwellen Vorhersagen zu, ob sich jemand an eine bestimmte Sache erinnern wird oder nicht. Eher schädlich für das Gedächtnis scheint es demnach zu sein, wenn man häufig mehrere Medien gleichzeitig verfolgt, also etwa gleichzeitig fernsieht und im Internet surft.

Dieses Ergebnis soll nun bei der Erforschung und Behandlung von Alzheimer nützlich sein. Das dauert aber wohl noch. Für den Alltagsgebrauch ist es bereits jetzt hilfreich: Einfach einmal das Handy weglegen und die Aufmerksamkeit nur auf eine Sache richten, wird sicher nicht nur die Erinnerung besser erhalten, sondern vielleicht auch den Moment in der Gegenwart gleich viel besser machen.