Donald Trumps Umgang mit den (sozialen) Medien hat in den USA zu einer interessanten Reaktion geführt. Aus dem Vor-sich-her-treiben-Lassen, den andauernden Schmutzkübelkampagnen und Beschuldigungen zu lügen, erwuchs nun eine Gegenbewegung in den US-Medien. Die Antworten lauten: Live-Gegencheck und Stummschalten.

War zunächst das Stummschalten während der coronabedingt virtuellen Live-Debatte zwischen Trump und Biden eingeführt worden, geschah am Tag der US-Wahl Folgendes: Mitten in der langerwarteten Erklärung Trumps, in der er sich bereits zum Sieger erklärte, das Ende der Briefwahl durch den Supreme Court forderte und von Wahlmanipulationen fantasierte, dreht NBC ihn einfach stumm. Schaltete ins Studio und erklärte, man wolle nun alle Unwahrheiten Trumps korrigieren. Im Hintergrund ein gestikulierender US-Präsident, der ungehört weiter sinnierte, davor Journalisten und Journalistinnen, die alle Lügen ihres Präsidenten klarstellten.

Vielleicht ist das die Zukunft der Fernseh- und Online-Diskussionen? Man unterbricht gleich. Man sagt, dass hier nun ein Fehler vorliegt. Lässt Leuten nicht mehr den Raum, um Hetze, Hass und Lügen zu verbreiten. Es ist nicht mehr die Zeit, nur mehr Bühne zu sein und fragenstellende Moderatoren in Diskussionen zu setzen. Man muss eine Gesprächskultur einfordern, das Beantworten von Fragen und nicht das Herumschwurbeln und Schleifenreden fördern. Und wer nichts zu sagen hat, der soll auch nicht reden.