Mehr als eine halbe Milliarde Euro haben Spielerberater im vergangenen Jahr verdient, viermal so viel wie noch vor fünf Jahren. Auch wenn das Transfervolumen im internationalen Fußball generell größer geworden - und dadurch auch ein Anstieg bei den Beraterprovisionen zumindest zum Teil erklärbar - ist, sieht der Weltfußballverband Fifa darin Anlass genug, die Regeln für Agenten, die damals gelockert worden waren, wieder zu verschärfen.

Diese Woche hat die dritte und letzte Konsultationsrunde begonnen, sie soll bis Februar dauern und konkrete Ergebnisse liefern, die im Frühjahr vom Fifa-Council verabschiedet und ab September Gültigkeit haben sollen. Das ist eine lange Zeitspanne, bedenkt man, dass dazwischen noch zwei Transferperioden liegen, die Finanzen aller durch die Corona-Krise besonders angespannt sind und die Problematik nicht vom Himmel gefallen ist.

Doch lieber spät als nie, könnte man sagen. Immerhin klingen die Vorschläge, die jetzt schon durchgesickert sind, grundvernünftig: Es soll eine Lizenz geben, die nur durch regelmäßige Kurse erneuert werden kann, eine Obergrenze für die bisweilen ausufernden Provisionen sowie ein Verbot für Berater, gleichzeitig auch für eine andere beteiligte Partei tätig zu sein. Diese Konstellation hatte in der Vergangenheit wiederholt zu Interessenskonflikten geführt, denen die Fifa trotz zahlreicher Vorstöße nicht Herr werden konnte. Es ist höchst an der Zeit, dass dies nun geschieht - nicht in Gegnerschaft, sondern unter Mitwirkung der Berufssparte. Denn es sind nicht die Verdienste selbst das Problem, sondern die oft windigen Geschäfte, die die gesamte Branche (oftmals unverdient) in Misskredit gebracht haben. Guter Rat ist zweifelsohne teuer. Für schlechten gilt dies aber umso mehr.