Wie der ÖFB am Montag mitgeteilt hat, wird die Öffentlichkeit per sofort nur noch via Online-Pressekonferenzen informiert. Das ist in Zeiten wie diesen, bei 8.000 Neuinfektionen pro Tag, gewiss nicht das Unklügste. Die Meldung, dass sechs Salzburger Teamspieler positiv auf Corona getestet wurden und daher für die kommenden Länderspiele fehlen werden, passt da aber wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Lustig ist das nicht, wobei dem ÖFB kein Vorwurf zu machen ist, schließlich wurde das Virus schon vor Monaten in die Bundesliga eingeschleppt. Die Krot fressen muss jetzt dennoch Teamchef Franco Foda, der auf drei Kicker verzichten muss. Aber besser, positive Fälle werden gefunden, als sie gehen als ÖFB-Superspreader in die Geschichte ein.

Die Formel "Besser spät als nie" gilt aber nicht nur für Corona, sondern auch für die unbemerkt grassierende Betrugs-Pandemie namens Doping. Wie beim Virus haben die Contact Tracer der Anti-Doping-Agenturen auch hier oft das Nachsehen. Das Positive, um beim Corona-Bild zu bleiben, daran ist immerhin, dass nicht Antikörper, sondern verbotene Substanzen wie etwa Furosemid im Organismus zurückbleiben. Wie der "Sydney Morning Herald" berichtet, wurde das Mittel in einer alten Probe gefunden, die bei Olympia 2012, also vor mehr als acht Jahren, vom australischen Brustschwimmer Brenton Rickard abgegeben wurde. Ihm droht jetzt nicht nur ein Dopingverfahren, sondern auch die Aberkennung seiner Bronze-Medaille. Rickard soll angesichts der Nachricht, nach so langer Zeit noch Doping-positiv "getestet" worden zu sein, in Schockstarre verfallen sein. Gut so. Besser jetzt als nie.