Dass das Auto in der laufenden Corona-Krise eines der sichersten Fortbewegungsmittel ist, hat nicht zuletzt der vergangene Sommer gezeigt, als Millionen im Privat-Pkw in den Ferienurlaub fuhren. Ähnliches gilt offenbar auch für den Motorsport, allen voran die Formel 1, die der Pandemie zum Trotz zu florieren scheint und wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt ist. Anders kann man die hehren Pläne, die da von Eigentümer Liberty Media seit einiger Zeit gewälzt werden, wohl nicht interpretieren.

Als wären die für 2021 geplanten 23 Rekordrennen nicht genug, kündigte die Königsklasse am Freitag an, die Anzahl der Grand Prix für 2022 auf 24 zu erhöhen. Dazu wolle man, wie ihr Chef Chase Carey meinte, unter den Strecken eine "gewisse Rotation" sicherstellen und neue Partner gewinnen. Welche Partner das sein werden, kann man sich leicht ausrechnen - solche wie Saudi-Arabien zum Beispiel, das schon 2021 mit dabei ist und wo Geld und Corona offenbar keine Rolle spielen. Dies spielt der Formel 1 - bei allen Verlusten, die sie gewiss zu tragen hat - in die Hände.

Dabei sind relative Sicherheit sowie willige Geldgeber nicht die einzigen Atouts der Formel 1 in diesen Zeiten. Es ist auch eine Tatsache, dass schnelle Boliden überall auf der Welt bekannt und beliebt sind und zudem bei jeder Witterung an den Start gehen können - was man zum Beispiel vom Ski-Weltcup, wo die Zahl der Rennen und Mindest-Teilnehmer herabgesetzt werden musste, nicht behaupten kann. Der FIS steht eine Horror-Saison bevor, der FIA im Vergleich vielleicht sogar eine der besten aller Zeiten.