Die Digitalisierung - ein unendliches Unterfangen mit einem großen Bedeutungswandel. In den 1950er Jahren war darunter die Umwandlung analoger Inhalte in digitale Dokumente verstanden worden. Ab den 1980er Jahren ist es ein gesellschaftlicher Wandel, der um 2013 schlussendlich zum Sammelbegriff der Trends der digitalen Transformation und Durchdringung aller Bereiche von Wirtschaft, Staat, Gesellschaft und Alltag wurde.

In Corona-Zeiten ist Digitalisierung wieder en vogue. Die Schulen müssen digitalisiert werden, die Unternehmen erst recht, die Impftests in Südtirol zeigten, dass "digitalisierte" - also über ein Online-Reservierungssystem beantragte - Slots weniger Stau und Wartezeit bedeuteten.

In der aktuellen Situation muss ein ernsthaftes Commitment zur Digitalisierung entstehen. Es geht um mehr als ein paar Tools, Videokonferenzen und schicke, teure Notebooks. Europa ist sowohl bei der Software als auch bei den Endgeräten von den USA und Asien abhängig. Gerade noch (okay, es ist schon ein paar Jahre her) hat man ein Microsoft-Monopol zerschlagen, nun nutzen alle Unternehmen und Schulen Teams und Co. Was bringt Digitalisierung ohne entsprechende Schulungen von Kindern und Lehrpersonal? Neben technischen Aspekten gibt es auch rechtliche und ethische Herausforderungen. Der Zugang zum Internet und zu Endgeräten muss für alle offen und finanzierbar sein, sonst wird Technologie kein verbindendes, sondern ein trennendes Element. Und das darf nicht passieren.