Im Juli diesen Jahres mutmaßte die Presse über ein neues Buch, das sich dem Zerwürfnis von Königinnen-Enkel Harry mitsamt Gattin Meghan mit der Buckingham-Meschpoche widmete. Also der ganze normale Yellow-Press-Soap-Opera-Klatsch. Weißes Rauschen für alle, die sich nur peripher am royalen Schicksal ergötzen, Wasser auf die Mühlen all jener, die der Angetrauten von Harry ohnehin schon mit, euphemistisch gesagt, Skepsis entgegentreten.

Ungefähr zur selben Zeit erlitt Meghan Markle, wie nun bekannt wurde, eine Fehlgeburt. Sie hat darüber einen Artikel in der New York Times geschrieben. Sie beschreibt, wie sie beim Wickeln von Archie einen Krampf spürte, gleich wusste, dass sie nun ihr zweites Kind verlieren würde und schließlich Archie und sich selbst zur Beruhigung ein Wiegenlied vorsang. Sie beschreibt auch den Schmerz, der in eine große Einsamkeit mündet - weil es noch immer ein Tabuthema sei, über Fehlgeburten zu sprechen.

Sie ist nicht die erste, die dieses Tabu heuer gebrochen hat. Das Model Christine Teigen veröffentlichte Fotos aus dem Spital, die sie vor Trauer niedergeschmettert zeigen, weil sie ihr Kind tot gebären musste. Vorreiterin war die Frau von Alec Baldwin, die ihre Fehlgeburt auch öffentlich machte. Ob es ein Trost für Betroffene ist, dass auch scheinbar perfekte Familien dieses Schicksal teilen, bleibt dahingestellt. Wichtig sind die Beiträge jedenfalls, und wenn sie nur eine einzige Frau davon abhalten, Scham zu empfinden.