Nanu, entdeckt die nordamerikanische Football-Liga, deren afroamerikanische Spieler zwar einen Großteil der eigentlichen Protagonisten ausmachen, in den Führungsetagen aber arg unterrepräsentiert und bisweilen - man denke an Colin Kaepernicks einstigen Hymnenstreik - lange Zeit auch diskriminiert wurden, nun die Diversität?

Nachdem der Sport im Sommer nicht mehr um die Black-lives-matter-Bewegung herumgekommen ist, gab es zuletzt zumindest einige Signale in diese Richtung. Die NFL entschuldigte sich öffentlichkeitswirksam für frühere Versäumnisse, in der Vorwoche leitete erstmals ein ausschließlich mit Afroamerikanern besetztes Schiedsrichter-Team ein Spiel.

Und nun hat auch eine Frau eine Barriere durchbrochen: In der Nacht auf Montag coachte in Callie Brownson bei den Cleveland Browns im Spiel gegen die Jacksonville Jaguars (27:25) erstmals eine Frau ein Positionsteam in einem NFL-Spiel. Brownson hat auch sonst freilich eine verantwortungsvolle Aufgabe: Sie ist bei den Browns "Chief of Staff" und somit für die Koordination des Mitarbeiterstabs von Head Coach Kevin Stefanski zuständig. Nur sieht man das halt nicht. Und es ist anzunehmen, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Denn sie sprang nur kurzfristig ein, weil der eigentliche Tight-Ends-Coach Drew Petzing der Geburt seines Kindes beiwohnte.

Dass sie ihre Sache gut machte und auch sonst höchstqualifiziert ist, wird nicht verhindern, dass sie bald wieder in hinter die Kulissen zurücktreten wird müssen. Ihr Einsatz in der Nacht auf Montag war - ebenso wie jener des genannten Schiedsrichterteams in der vergangenen Woche - ein nettes Signal, mehr nicht. Um eine echte Veränderung auszurufen, taugt dies allerdings noch nicht. Dafür wird es wohl noch länger dauern.