"Corona-Pandemie" ist das deutsche Wort des Jahres. Wirklich deutsch ist es nicht, eher lateinisch-griechisch. Und etwas Englisches hat den zweiten Platz gemacht - erraten: Lockdown.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.

Das Wort des Jahres wird in Deutschland seit 1977 regelmäßig von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden benannt. Es geht nicht um Sprachschönheit, sondern um einen sprachlichen Jahresrückblick, also um das Wort, in dem sich das ganze Jahr spiegelt.

Was sonst sollte es in diesem Jahr 2020 sein als etwas in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie? Ein Fall von "eh klar", eigentlich.

Dennoch: Wette verloren. Querkopf, der ich bin, hab’ ich auf irgendetwas Antitrumpisches gewettet. Immerhin: Es war eine der letzten Möglichkeiten, dem verhassten Ami schnell noch eines ’reinzuwürgen, von dem man in Deutschland glaubt, dass es ihn trifft. Um die eigene Bedeutung zu vergrößern, indem man sich den größtmöglichen Gegner sucht, auch wenn es den nicht ansatzweise schert. So quasi, wenn der Frosch gegen das Nilpferd quakt.

Aber das Virus hat alles unterworfen.

Deutsche Worte des Jahres waren bisher Harmlosigkeiten wie "Jamaika-Aus", "Heißzeit", "GroKo" oder "Lichtgrenze". Solch ein Wort des Jahres ist eine Kultur-Nebenerscheinung. Aber gerade die sind gute Seismographen für das Zeitgeschehen. "Corona-Pandemie" und "Lockdown" zeigen, was es geschlagen hat. Trump ist nicht einmal mehr eine Notiz.