Das Mantra "Don’t mix Politics with Sports" ist ebenso altbekannt wie überaltet - genau genommen hat es ohnehin nie gegolten. Schließlich rühmt sich der Sport seit jeher seiner völkerverbindenden Wirkung, von der man nur dann nichts wissen will, wenn es unbequem werden könnte. Die Beispiele, wie Granden der internationalen Sportorganisationen mit despotischen Machthabern oder Regimes, die es mit Meinungsfreiheit und Menschenrechten nicht ganz so genau nehmen, fraternisieren, sind mannigfaltig. Nun hat sich das Internationale Olympische Komitee zu einem Schritt entschlossen, der vor diesem Hintergrund Beachtung verdient - und der vielleicht größere Wirkung entfalten könnte als politische Embargos. Weißrusslands umstrittener Machthaber Alexander Lukaschenko wurde von allen olympischen Aktivitäten ausgeschlossen, das Belarussische Olympische Komitee, dem er seit 23 Jahren vorsteht, bekommt keine finanziellen Mittel mehr - diese gehen stattdessen direkt an die Sportler, die sich in einem offenen Brief gegen Lukaschenko ausgesprochen haben.

Viele von ihnen wurden verhaftet, es wird von Folter und Repressionen berichtet. Mit der Ächtung Lukaschenkos, die sich auch auf Olympia 2021 bezieht und eine Entziehung des Austragungsrechtes der Eishockey-WM wahrscheinlich macht (darüber muss der Weltverband entscheiden), hat das IOC nun eine Reaktion gezeigt, die den Druck auf jemanden, der sich gerne im Lichte sportlicher Großveranstaltungen sonnt, erhöhen dürfte.

Das hat natürlich mit Politik zu tun. Und manchmal ist es vielleicht nicht das Verwerflichste, die eigenen Regeln (Don’t mix Politics with Sports) zu biegen. Nur muss das dann auch für Sportler gelten, die sich weniger medialer Aufmerksamkeit erfreuen dürfen.