Vor langer Zeit gab es den charmanten Spleen von Disney, dass Trickfilme auch österreichische Synchronisationen bekamen. Bei "Arielle, die Meerjungfrau" wurde etwa die gewichtige Meerhexe Ursula von Jazz Gitti gesprochen. Beim Pixar-Film "Oben" lieh Otto Schenk dem grantigen Pensionisten Carl die missmutige Stimme. Besonders gut passte die Austrifizierung bei "Ein Schweinchen namens Babe" (nicht von Disney), das ja auf einem Bauernhof spielt, wo man hierzulande nicht so oft das gängige RTL-Deutsch hört.

Das war meistens ein guter Gag und das heimische Publikum fühlte sich ein bisschen ernstgenommen. Leider sind diese Disney-Versionen nirgends mehr aufzutreiben, im hauseigenen Streaming-Dienst, bei dem sich ein solches länderspezifisches Archiv anbieten würde, ist davon nichts zu sehen. Der österreichische Markt scheint nicht mehr so wichtig zu sein.

Daher überraschte die Nachricht, dass der ORF kurz vor Weihnachten eine österreichische Synchronisation der "Simpsons" zeigen wird. Robert Palfrader steckt dann hinter Homer, Chris Lohner hinter Marge, hinter Bart Kabarettist Pizzera und hinter Lisa die Rapperin Yasmo. Die Begeisterung darüber war verhalten - das liegt daran, dass man bei der Comicserie seit 31 Jahren an die Stimmen gewöhnt ist. Aber wohl auch daran, dass der Originalitätsfaktor nur bei Chris Lohner so richtig schlagend ist. Da hätte es sich ausgezahlt, einmal nicht die immergleichen Namen der österreichischen Unterhaltungsbranche zu verpflichten.