"Uns fehlen die Worte, um diesen historischen Moment zu beschreiben. Die Reise durch Europa geht 2021 weiter! Jungs, ihr seid die Geilsten!" Mehr als diesen Tweet herauszugeben, hatte die Presseabteilung des WAC nicht mehr geschafft. Auf der Homepage des Vereins, der mit dem erstmaligen Aufstieg ins Sechzehntelfinale der Europa League Geschichte geschrieben hat, prangte noch am Freitagnachmittag die Ankündigung für das Feyenoord-Spiel, das man schließlich sensationell mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Angesichts der Freude, die aus den Gesichtern der Wolfsberger spricht, kommt man nicht umhin, sich selbst als Nicht-Kärntner und Rapid-Fan (oder eines anderen heimischen Klubs) nicht darüber zu freuen. "Ich bin WAC", dürften da nicht wenige gedacht haben.

Dabei war dieser Aufstieg alles andere als fix, und viele mochten das Erreichen der Gruppenphase als das Maximum erachtet haben. Den besten Beweis liefert WAC-Präsident Dietmar Riegler, der die Sensation nicht kommen sah und sich nun aufgrund einer verlorenen Wette von seiner Haarpracht trennen musste. Dass hier Goalie Alexander Kofler, der seinen Kasten gegen Feyenoord souverän sauber gehalten hat, Hand anlegen durfte, verlieh der Aktion einen passend-heiteren Rahmen.

Aber nicht nur sportlich hat der WAC alles richtig gemacht, er hat es auch verstanden, nicht zu tief und nicht zu hoch zu stapeln. Red Bull Salzburg, dessen Trainer im Vorjahr den Europa-League-Titel als Ziel genannt hatte und prompt im Sechzehntelfinale an Eintracht Frankfurt gescheitert war, kann da noch etwas lernen von diesem kleinen Klub auf dem Lavanttal.