Aller Anfang ist schwer, für Frauen im Sport umso mehr. Das wussten die Fußballerinnen, die in Österreich erst seit dem sensationellen EM-Halbfinaleinzug 2017 so richtig wahrgenommen werden (und das noch mit Aufholbedarf), das wussten auch die Skispringerinnen, die sich ihren Platz im Weltcup, bei nordischen Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen lange erkämpfen mussten; und das erlebten zuletzt auch die nordischen Kombiniererinnen - obwohl Frauen schon lange bewiesen haben, dass sie nicht nur Skispringen, sondern eben auch Langlaufen können.

Und ausgerechnet, da sich diese Erkenntnis nun durchgesetzt hat, drohte ihre Weltcup-Premiere aktuell der Coronavirus-Pandemie zum Opfer zu fallen. Die Stationen in Lillehammer und Otepää wurden abgesagt; wäre nicht Ramsau für dieses Wochenende eingesprungen, wäre es wohl diese Saison nichts mehr mit der geplanten Premiere vor der WM in Oberstdorf geworden, auf die junge Sportlerinnen wie Österreichs Toptalent Lisa Hirner schon lange hingearbeitet haben.

Man kann von den Strukturen des ÖSV, der sich bisher wenig bemüht hat, sein patriarchales Grundgerüst zu verbergen und dereinst Schminkkurse als wertvollen Beitrag zur Frauenförderung angesehen hat, halten, was man will. Doch Ehre, wem Ehre gebührt. Dass der ÖSV kurzfristig mit den Weltcups für die Kombiniererinnen sowie die Skispringerinnen, die ebenfalls an diesem Wochenende in der Steiermark verspätet in die Saison starten, eingesprungen ist, verdient Respekt - wenn es auch nicht viel Geld damit zu verdienen gibt.

Schließlich hatte Sportchef Mario Stecher bereits davor betont, der ÖSV könne eben "nicht immer Rettung spielen". Es wird auch hier mehr internationalen Zusammenhalt benötigen. Schließlich sollte Ramsau nicht auf längere Zeit eine Eintagesfliege(rei) bleiben.