Man darf sich schon wundern, was alles möglich ist. Natürlich ist es bitter, dass die am Dienstag angelaufene Darts-WM in London ab sofort ohne Fans auskommen muss - immerhin gehört das Spektakel im Alexandra Palace mit grölenden Fans, exzentrischen Kostümen und viel, viel Bier zum Pfeilesport dazu wie die schmucken Kosenamen, der Neundarter und die 180; dass aber am ersten Tag überhaupt noch 1000 Zuschauer im kleinen Ally Pally zugelassen waren - selbst wenn Gesänge offiziell verboten waren - ist schon sehr verwunderlich. Denn genau solche Indoor-Veranstaltungen, bei denen viele Menschen auf engem Raum viel und laut sprechen (respektive schreien und singen) gelten gemeinhin als Treiber der Pandemie. Oder als Superspreader-Events.

Auf der anderen Seite waren und sind die britischen Behörden ja auch nicht zimperlich - nämlich just dort, wo wenig Gefahr besteht: Ins unweit entfernte Tottenham-Stadium sind etwa nur - und das erst seit kurzem - 2.000 Zuschauer zugelassen. Bei einem Fassungsvermögen von 62.000 Sitzplätzen, im Freien versteht sich!

Womit man sich auch hierzulande wieder bald überlegen sollte, wie man Sportveranstaltungen - im absolut sicheren Rahmen - wieder zugänglich machen könnte. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist zuletzt rasant gewachsen - es sind Antigen-Schnelltests vor den Drehkreuzen ebenso denkbar wie die nun ausreichend vorhandenen FFP2-Masken, die verpflichtend getragen werden könnten. In den Fußballarenen, in Kitzbühel, in Schladming, ... Und auch für Geimpfte sollten sich die Tore wieder öffnen dürfen. Selbst wenn manches derzeit dringlicher erscheint - auch der Sport lebt (finanziell) von seinen Fans.