Bei der Fußballerwahl des Jahres musste er sich diesmal hinter Robert Lewandowski anstellen, bei den eigenen Fans gibt es aber keine Qual der Wahl. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Lionel Messi der Dreh- und Angelpunkt des FC Barcelona, und das hat sich auch durch seine Wechselabsichten und die Differenzen mit der (nunmehr abgetretenen) Klubführung nicht geändert. Die Unkenrufe, wonach Messi lustlos spiele - ohnehin nie wirklich gerechtfertigt - haben sich spätestens mit dem Dienstag erledigt, als er seiner Karriere einen neuen Rekord hinzufügte. Sein Treffer zum 3:0 gegen Real Valladolid war sein 644. im Dress Barcas; kein anderer Spieler hat jemals so viele Tore für einen Klub erzielt. Die bisherige Bestmarke hielt die brasilianische Fußball-Legende Pele mit 643 Toren für den FC Santos.

Doch es sind nicht nur die Tore, die Messi unauslöschbar seinen Stempel beim FC Barcelona aufdrücken ließen. Es ist vielmehr seine Spielweise, die sinnbildlich für die goldene Ära des Klubs stand. Und nun ist es nicht nur die Art und Weise, wie er spielt, sondern auch jene, wie er sich zu Wort meldet, wenn er unliebsame Entwicklungen sieht.

Gewiss: Niemand ist unersetzlich, ein einzelner Messi wird keinen Champions-League-Sieg ausmachen, und Reisende sollte man nicht aufhalten, falls der Argentinier im Sommer tatsächlich eine neue Herausforderung suchen sollte. Vielleicht ist es aber auch die, seinem Klub zu neuer, alter Strahlkraft zu verhelfen. In diesem Falle sollten die Klubverantwortlichen nicht nur seine Tore zählen, sondern auch auf seine Mahnungen hören. Denn für die Fans sind sie noch viel eher ersetzbar als ihr Rekordlieferant.