Das Kniegelenk mag das größte Gelenk des menschlichen Körpers sein, aber deswegen ist es nicht unbedingt das stabilste. Es kriegt halt im Laufe eines Lebens alles ab, bei Athletinnen und Athleten noch mehr als zum Beispiel bei Übergewichtigen. Dass das so ist, kann man aktuell im Skisport beobachten, wo zuletzt mit Nicole Schmidhofer und Berni Schild gleich zwei ÖSV-Vertreterinnen nach Knieverletzungen operiert werden mussten. Vor Schmerzen nicht gefeit sind aber auch große Tennisstars: So musste nun auch Roger Federer nach zwei Knie-Operationen seine Teilnahme an den Australian Open im Februar zurückziehen - wegen eines zu großen Trainingsrückstands, wie es hieß. Das war gewiss klug, und vielleicht hatte ja der Schweizer das Negativ-Beispiel von Lindsey Vonn vor Augen?

Ein Aspekt ist nämlich nicht zu vernachlässigen: Als sich Vonn bei der WM 2013 in Schladming das erste Mal schwer am Knie verletzte, war sie knapp 30 Jahre alt. Ebenso sind Schmidhofer und Schild mit einem Alter von 31 beziehungsweise 30 Jahren nicht mehr die Jüngsten. Federer kratzt mit seinen 39 Lenzen sogar am 40er. Nun kann man nicht sagen, dass arrivierte Sportlerinnen und Sportler grundsätzlich häufiger Verletzungen davontragen, eine Belastung für den Körper ist es doch - und das gilt freilich umso mehr, je länger man Sport treibt. Das Knie mutiert hier meist zur ersten "Baustelle", andere - an der Wirbelsäule etwa - kommen oft erst viel später hinzu.

Letztlich muss jede Athletin und jeder Athlet selbst entscheiden, ob und wie lang er sich und seine Gelenke einem gesundheitlichen Risiko aussetzen möchte. Besser zu früh gehen als zu spät? Das mag ein vernünftiger Schritt sein, aber emotional ein sehr schwerer.