Man muss kein Sherlock Holmes sein, um zu erkennen, dass die Kulturbranche besonders hart von der Corona-Epidemie betroffen ist. Das liegt auf der Hand: Eine Branche, deren Geschäftsmodell im Wesentlichen auf dem Zusammentreffen von Menschen in möglichst platzoptimierten Räumen basiert, kann in einer Pandemie nicht oder nur in nicht zu finanzierendem Setting operieren.

Da Österreich nicht die USA ist, wo monatelang über exakt 600 Dollar gestritten wurde, wurden kürzlich zwei im Zuge der Corona-Krise eingeführte Unterstützungsmaßnahmen für freischaffende Künstler verlängert und kommen auch im ersten Quartal 2021 zum Tragen: Für die Überbrückungsfinanzierung der SVS und den Covid-19-Fonds des Künstlersozialversicherungsfonds sind ab Mitte Jänner Anträge möglich. Man wolle damit "weiterhin ein Mindestmaß an Sicherheit geben und die schlimmsten Auswirkungen der Pandemie abfedern", so Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. Bis zu 3.000 Euro pro Quartal können beantragt werde.

Naturgemäß wäre es der Branche lieber, wenn man wieder spielen könnte. Doch das wird wohl erst später im kommenden Jahr wieder möglich sein, es sei denn, es finden sich Möglichkeiten, das Publikum zu Schnelltests zu motivieren. Leider wird das von Alphatieren mitunter reflexartig abgelehnt, statt sinnvolle Lösungen zu finden. Das ist unverständlich: Auch das Publikum würde Kultur mehr genießen, wenn das Risiko einer Ansteckung minimiert wäre.