So wie die Schneebedingungen am Sonntag beim Damen-Slalom in Zagreb waren, nämlich nass und salzig, muss man Katharina Liensberger Respekt zollen. Dass sie, die heuer bereits mit zwei dritten Plätzen (Levi) und einem zweiten (Semmering) im Weltcup- Slalom aufzeigen konnte, auch hier als Zweitplatzierte wieder aufs Stockerl fahren und Kaliber wie Michelle Gisin oder Mikaela Shiffrin hinter sich lassen würde, war nicht ausgemacht gewesen. Dass ihr auf die Siegerin Petra Vlhova lediglich 0,05 Sekunden fehlten - am Semmering waren es nur 0,11 Sekunden auf Gisin -, unterstreicht erneut Liensbergers sehr guten Lauf, der dazu führen könnte, dass sie bald schon von ganz oben für das obligatorische Siegerfoto posieren wird.

Möglich wurde der Aufstieg der Technikerin aus Feldkirch, die 2016 ihr Weltcup-Debüt gefeiert hat, dank einer klugen "Politik der kleinen Schritte", wie es die "Tiroler Tageszeitung" nannte. Mit jeder Saison wurde sie besser, ein Blick auf die Weltcupwertung im Slalom verdeutlicht dies: War Liensberger 2016/17 hier noch auf Platz 44 gelandet, rutschte sie im Jahr darauf auf den 14. und im Vorjahr auf den 3. Rang - und dies, obwohl sie aufgrund eines Materialstreits mit dem ÖSV das vorbereitende Training und den Saison-Auftakt in Sölden verpasst hatte. So gesehen kann der ÖSV froh sein, mit Liensberger wieder eine potenzielle Siegfahrerin im Damen-Team zu haben. Das Einzige, was die 23-Jährige wohl noch stoppen könnte, wäre eine -klopf auf Holz - Verletzung. Alles leider schon da gewesen.