Worüber diskutiert man, wenn die erste Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika ihr Amt antritt? Ihre politischen Positionen? Ihr Amtsverständnis? Die zu erwartende Vorsitzführung im Senat? Nein, offensichtlich gibt es Wichtigeres: Nämlich, in welcher Kleidung sie eine Modezeitschrift aufs Cover hebt.

Denn Kamala Harris wurde in Blazer und Turnschuhen vor rosa-grünem Hintergrund auf der Titelseite des Magazins "Vogue" abgebildet. Fotos aus mehreren Serien, die für die "Vogue" fotografiert wurden. Und dass die Zeitschrift nicht die staatstragendere Variante aufs Cover hob, sei "respektlos und unpassend" für das Titelporträt der bald mächtigsten Frau im Land, so die Kritiker. Denn ausgemacht gewesen sei etwas anderes. Und die "Vogue" habe da "eigenmächtig" gehandelt.

Abgesehen davon, dass es ja wohl immer noch eine redaktionelle Entscheidung bleiben muss, welches Foto aufs Cover kommen soll, zeigt alleine die Debatte schon das Problem auf: Wann wurde zuletzt bei einem Politiker über angemessene Kleidung diskutiert? Nun, jetzt kann man sagen: Es ist eine Modezeitschrift, was sollen sie denn sonst schreiben, aber dennoch. Kann man bitte augenblicklich damit aufhören, darüber zu diskutieren, welchen Blazer und welche Sneaker Frau Harris trägt? Bei Joe Biden ist das schließlich genauso wenig Thema gewesen wie bei Donald Trump. Da gibt es wenige Tage vor der Angelobung wirklich relevantere Dinge zu diskutieren. Und sei es nur in der "Vogue".