Was Katharina Liensberger noch verwehrt blieb, ist nun Manuel Feller am Slalom-Wochenende in Flachau gelungen. Dabei soll und darf man den ersten Karriere-Weltcup-Sieg eines Ski-Athleten nicht unterschätzen. Nicht nur bleibt ihm (oder ihr) dieser Erfolg ewig in Erinnerung, auch kann dieser vor allem mental für einen neuerlichen Boost sorgen. (Da müssen einzelne Ausrutscher wie jener von Feller am Sonntag noch nichts ändern.) Sogenannte "One- Hit-Wonders" sind im Weltcup ja rar gesät und eher bei Olympia oder bei Weltmeisterschaften die Norm. Schlag nach bei Leonard Stock, Tommy Moe oder Jean-Luc Cretier, der in seiner Karriere zwar keinen einzigen Weltcup, dafür aber 1998 Olympia-Gold in der Abfahrt gewann.

Mit Blick auf Feller und seinen zuletzt in Adelboden siegreichen ÖSV-Kollegen Marco Schwarz (bisher drei Weltcup-Siege) heißt das, dass mit weiteren Erfolgen zu rechnen sein wird, vielleicht auch bei WM und Olympia. Dass die beiden Techniker aktuell den Slalom-Weltcup anführen, ist ein ebenso untrügliches Zeichen wie der Zusammenhalt im heimischen Slalom-Team. Nur eine Bank mit Hang zu Mehrfach-Kristall wie einst Marcel Hirscher ist das Duo für den ÖSV nicht. Dafür sind die Ergebnisse im Slalom wohl noch zu volatil und im Riesentorlauf überhaupt kaum wahrnehmbar.

Für den ÖSV ist das Auslassen der Herren im Riesentorlauf ein Problem, das ebenso schwer zu lösen sein wird wie der Abgang von Hirscher. Aber vielleicht tun dem erfolgsverwöhnten Verband die Mühen der Ebene ganz gut, zumal man hier so kleine, aber wichtige Erfolge wie einen ersten Weltcup-Sieg wie jenen von Feller wieder mehr zu schätzen lernt.