Nachdem Astrid Koblanck unter anderem auch in der "Wiener Zeitung" die Not der Musikverlage artikuliert hat, lässt nun Maria Teuchmann vom Thomas Sessler Verlag einen Hilferuf hören.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.

Der Sessler Verlag ist als Bindeglied zwischen Autoren und Theatern der wichtigste österreichische Bühnenverlag. Es ist bei ihm wie bei den Musikverlagen: Durch die coronabedingten Theaterschließungen brechen die Tantiemen weg. Und die sind nun einmal die Lebensader.

Nun könnte man kulturdarwinistisch argumentieren, dass die Corona-Krise nur den Wildwuchs an Lebensunfähigem beseitigt. Doch so einfach ist es nicht. Es geht nicht einmal darum, dass an dem Wildwuchs, der ohnedies nur ein vermeintlicher ist, menschliche Existenzen hängen. Das kulturelle Problem ist das einer Monokultur. Wenn nur die großen Bühnen mit ihren klassikerlastigen Spielplänen überleben (in die moderne Klassiker wie Thomas Bernhard oder Elfriede Jelinek einbezogen sein können), ist es auch mit der stückeschreiberischen Vielfalt vorbei - einer Vielfalt, die in Vor-Corona-Zeiten vom Experiment bis zur Boulevardkomödie reichte.

Die Bühnen- und Musikverlage sind keine Gegner der Maßnahmen. Sie geraten aber ins Hintertreffen, weil ihre Arbeit zwar für die Öffentlichkeit stattfindet, nicht aber in der Öffentlichkeit. Es ist unbedingt wichtig, diese Verlage durch Corona-Hilfen zu unterstützen. Ohne sie würde sich für österreichische Komponisten und Dramatiker die Tore zur Welt schließen.