Paul McCartney, Taylor Swift, Diana Ross. Sie alle kommen heuer nicht ins britische Glastonbury. Das dortige Festival, das im Juni stattfinden hätte sollen, wurde am Donnerstag mit einem dürren, aber traurigen Statement abgesagt. "Obwohl wir Himmel und Erde in Bewegung versetzt haben, ist klar geworden, dass wir das Festival dieses Jahr nicht ermöglichen können." Das Musikfest, zu dem auch immer viele Stars als Publikum tingeln, war wegen der Corona-Pandemie bereits im Vorjahr abgesagt worden. Eine kleine Kurzmeldung vielleicht im weltweiten, bereits Monate andauernden Kulturstillstand. Wäre doch eh erst im Sommer gewesen. Doch gerade der so weit in die Zukunft weisende Zeitpunkt ist es, der es jedem Kulturinteressierten kalt den Rücken runterschaudern lässt. Denn er ist der erste Vorbote dafür, dass sich auch 2021 die Hoffnung auf eine zumindest halbwegs wiederhergestellte Normalität nicht erfüllen wird. Mit einer großflächigen Immunisierung durch die Impfung kann im Sommer noch nicht gerechnet werden, eine Teststrategie für Großveranstaltungen scheint illusorisch, solange man nicht einmal bei kleineren Kulturveranstaltungen genau weiß, wie sie organisiert, durchgeführt und kontrolliert werden sollen.

Es ist frustrierend, vor allem für all jene, die im Kulturbereich ihr Geld verdienen und seit Monaten praktisch mit Berufsverbot belegt sind. Wie viel Geduld und Durchhaltevermögen verlangt wird, ist eine Zumutung. Dieses Virus ist eine Zumutung.