Die Bilanzen für diverse Kulturinstitutionen des Jahres 2020 kann man getrost vergessen. Corona hat da einen Gutteil des Jahresumsatzes zunichtegemacht. Nun liegt die Bilanz zumindest für die Bundesmuseen schwarz auf weiß vor: Im Vergleich zu 2019 verzeichneten die Häuser sowie die Österreichische Nationalbibliothek einen Publikumsrückgang von durchschnittlich 71 Prozent. Insgesamt wurden 2,01 Millionen Besucher vermeldet, 2019 waren es noch 6,93 Millionen gewesen. Ein guter Teil des Rückgangs ist dem Erliegen des Tourismus geschuldet. Dafür kamen mehr heimische Besucher: 53 Prozent der Gesamtbesuche im Jahr 2020 waren aus Österreich, im Vorjahr betrug der Anteil 31 Prozent.

Das ist natürlich eine bittere Bilanz. Auf der anderen Seite sind diese Institutionen aufgrund ihrer öffentlichen Eigentümerschaft abgesichert. Viele kleinere Kulturinitiativen sind das nicht. Da, wo sich schon zu normalen Zeiten Leute durch Eigeneinsatz aufreiben, steht das Wasser nun endgültig bis zum Hals. Was da alles verloren geht, werden erst die Aufräumungsarbeiten zeigen, sobald die Katastrophe vorbei ist.

In Niederösterreich gab man sich dennoch optimistisch. In einem Online-Symposium der niederösterreichischen Kulturwirtschaft war man sich einig: Die Zeit des physischen Vermittelns wird wiederkommen. Statt Trübsal zu blasen heiße es, die Herausforderung anzunehmen und umständehalber bei der Kulturvermittlung ganz neue Wege zu denken. Nur so kann eine Krise tatsächlich auch zur Chance werden.