Die Mäuse, die manche Tennisspielerinnen in ihren Hotelzimmern fanden, waren das eine, Isolation für mehr als 500 Spieler und Betreuer, die als mögliche Kontakte eines positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Hotelmitarbeiters identifiziert wurden, etwas anderes. Können unter diesen Bedingungen überhaupt faire Australian Open im Tennis beginnen, wie es für Montag kommender Woche geplant ist? Die Antwort muss wohl eher "Nein" lauten, und auch die Worte der Verantwortlichen taugen nicht unbedingt zur Maximierung der Zuversicht.

Nachdem schon die Auslosung auf Freitag verschoben werden musste - ebenso, wie es bei den für Donnerstag angesetzt gewesenen Partien bei zwei Turnieren der ATP, drei der WTA sowie jenen beim ATP-Cup der Fall war -, sagte Australian-Open-Turnierdirektor Craig Tiley zwar, eine Absage oder Verschiebung des ersten Grand-Slam-Turnieres des Jahres sei "derzeit keine Absicht", ein wirkliches Dementi klingt aber anders. Immerhin, er ist "zuversichtlich, dass die Australian Open stattfinden" werden. Weniger Zuversicht strahlte da schon Daniel Andrews, Premier des Bundesstaates Victoria, aus, der meinte, "jeder ,Victorian’" wüsste, "dass wir in unseren Zeiten sind".

Doch würde eine Verschiebung diese Situation verbessern? Wohl kaum. Selbst wenn nun alle Profis, die von der neuerlichen Quarantäne betroffen sind, negativ getestet werden und somit bis zum Australian-Open-Start am Montag wieder spielen dürfen, ist eher anzunehmen als auszuschließen, dass ein solches Szenario binnen der nächsten zwei Wochen wieder eintritt. Und verschiebt man das Turnier, kann dies ebenso passieren. Das brächte also wenig, eine Absage detto.

Augen zu und durch ist wohl die einzige Devise, will man den Sport nicht komplett abdrehen. Und das wäre vermutlich ein größerer Käse als der, mit dem man Mäuse in einem Hotelzimmer fängt.