13 Medaillenentscheidungen in 13 Tagen - dieses ambitionierte WM-Programm war schon am ersten Tag das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt war. Die Neuschneemassen brachten die Veranstalter schon nach Absage der Damen-Kombination und des Herren-Super-G gehörig ins Schwitzen. Es folgte am Dienstag die Absage des Damen-Super-G wegen Nebels, zuzüglich ist der Mittwoch-Renntag ganz gestrichen worden. Zeitpuffer gibt es aber de facto keine mehr. Auch ohne Corona-Pandemie ist ein derart aufgeblähtes WM-Programm - übrigens das größte der Geschichte - eine enorme Herausforderung, wenn das Wetter nicht mitspielt. Denn 14 Tage Sonnenschein wie etwa vor 30 Jahren in Saalbach-Hinterglemm kann kein seriöser Veranstalter fix einplanen. Und daher wird man sich wohl oder übel überlegen müssen, was man im Fall des Falles ersatzlos streicht. Eine WM-Triage sozusagen, bei der man die wichtigen von den nicht ganz so wichtigen Bewerben trennt.

Der neue Parallelbewerb steht sicher ganz oben auf der Streichliste, da dieses Format bis dato ohnehin nicht den erhofften Turbo gebracht hat. Gleichfalls wird man auch auf den Teamevent verzichten können, selbst wenn dabei die Stimmung unter den Ski-Stars - so diese überhaupt teilnehmen - besonders gut ist. Und auch die Kombinationen könnten zur Not geopfert werden, zumal diese Disziplin heuer im Weltcup ziemlich im Abseits steht - mit genau null Rennen.

Klassische Bewerbe wie Abfahrt, Slalom und Riesentorlauf dürfen jedenfalls nicht durch Ewiges-nach-hinten-Verschieben anderer Rennen geopfert werden, wie es bei der Chaos-WM 1993 in Morioka mit dem Herren-Super-G geschehen ist. Und dann wird sich die alpine Familie gut überlegen müssen, ob es auch in Post-Corona-Zeiten wirklich 13 Medaillenentscheidungen sein müssen - oder ob nicht doch weniger wieder mehr ist.