Normalerweise ist es ja so: Wenn der Europacup aus dem Winterschlaf erwacht, fiebern Klubs wie Fans dem heißen Frühjahr entgegen. Diesmal wird leider anders gefiebert, einerseits buchstäblich, andererseits im übertragenen Sinn hinter den Kulissen. Wegen der Einreisebestimmungen müssen für viele Spiele Ersatzorte gefunden werden, die Kosten für die Verlegungen tragen die "Heim-" Klubs, wodurch der Heimvorteil schnell einmal zu einem -nachteil wird. Aber was soll’s, immer noch besser, als ein 0:3 am grünen Tisch zu riskieren.

So kommt es zu den ungewöhnlichen Konstellationen, dass Mönchengladbach Manchester City am 24. Februar in der Champions League ebenso in Budapest "empfängt" wie Leipzig Liverpool am 16. Februar. Das Europa-League-Hinspiel zwischen Molde und Hoffenheim findet am 18. Februar in Villarreal statt, das zwischen Real Sociedad und Manchester United in Turin, jenes zwischen Benfica und Arsenal in Rom - nicht geklärt ist aber, wo das Rückspiel über die Bühne geht, weil Portugal in England ebenso auf der "roten Liste" der Hochrisikoländer steht wie vice versa. WAC gegen Tottenham kann zwar trotz des Landeverbots für Flieger aus Großbritannien in Klagenfurt dank einer Ministeriums-Sondergenehmigung stattfinden, eine weitere ist aber nötig, dass die Spieler bei ihrer Rückreise nicht in Vollquarantäne müssen.

Nun kann man darüber streiten, wie sinnvoll solche Maßnahmen bei Personen, die eh unter strengster Überwachung stehen, sind. Der Uefa sollte das aber zu denken geben. Noch immer hält sie an ihrem Plan, die EM in zwölf Städten in ganz Europa, abzuhalten, fest. Doch ein Chaos wie jetzt kann sie sich dann nicht leisten. Die Fieberkurve sollte also auch im Hauptquartier steigen. Denn immun gegen weltweit grassierende Probleme ist auch die Uefa nicht.