Am Dienstag ist also Katharina Liensberger vor dem Landhaus in Bregenz feierlich, aber Covid- konform empfangen worden. Und das war auch richtig so, zählt doch die 23-Jährige aus Feldkirch seit vergangenem Samstag zu den erfolgreichsten Athletinnen, die das Ländle in den vergangenen 100 Jahren hervorgebracht hat. Lässt man einmal Olympia und den Weltcup beiseite, hat sie mit zweimal Gold und einmal Bronze auf einen Schlag mehr und vor allem glänzenderes Edelmetall bei einer Ski-WM gesammelt als alle Damen vor ihr, inklusive Anita Wachter (zweimal Silber, dreimal Bronze), Erika Netzer (einmal Silber, zweimal Bronze) und Wiltrud Drexer (zweimal Bronze).

Eine Ausnahme bildet die Speed-Queen Trude Jochum-Beiser. Sie hatte davor als Einzige überhaupt Gold nach Vorarlberg geholt - und das gleich in dreifacher Ausfertigung: 1948 gewann sie bei der Ski-WM in St. Moritz die Kombination, 1950 in Aspen die Abfahrt (nebst je einmal Silber) und 1952 in Oslo erneut die Abfahrt. Auch wenn diese Latte hoch liegt, so ist es nicht unmöglich, dass diese von Liensberger, deren Karriere jetzt erst so richtig begonnen hat, bei den Weltmeisterschaften in Courchevel und in Saalbach-Hinterglemm geknackt werden könnte.

Der erfolgreichste Vorarlberger Vertreter auf Ski ist und bleibt der Skirennfahrer Marc Giradelli. Sein Rekord bei Ski-Weltmeisterschaften ist mit je viermal Gold und Silber sowie dreimal Bronze bis heute im Ländle ungebrochen. Ebenso wie übrigens jener des Bregenzerwälders Toni Innauer bei den Nordischen, dessen Olympia-Medaillen auch als WM-Trophäe zählen. Hier wartet man mittlerweile seit Jahrzehnten auf einen Adler seines Formats. Aber das war bis Wachter und Liensberger auch nicht anders.