Im November hatte sie wieder mit dem Schneetraining begonnen, sich langsam an Wettkampfbedingungen herangetastet, um nun in der Abfahrt vom Fassatal ihr Comeback zu geben. Die Rede ist von Cornelia Hütter, die einst die beste ÖSV-Speedfahrerin war, allerdings durch eine Verletzungsmisere völlig aus der Spur geworfen wurde. Bemerkenswert ist, dass sie in ihrer Comebacksaison den Saisonhöhepunkt - die WM in Cortina - links liegen gelassen hat und sich lieber in aller Ruhe den ersten Weltcupbewerb nach den Titelkämpfen auserwählt hat. Diese Vorgehensweise mag angesichts der jedem Athleten innewohnenden Medaillenbesessenheit ungewöhnlich erscheinen, sie ist aber durch die Verletzungsgeschichte der 28-jährigen Steirerin leicht erklärt. Vor gut zwei Jahren, beim Weltcupfinale in Andorra, landete sie letztmals bei einem Rennen im Akja, nachdem sie - wie sie nachher gestand - nicht fit in die Abfahrt gegangen war. Schließlich hatte sie aus jenem Winter etliche Blessuren, mit denen man normalerweise Abfahrtspisten meiden sollte, mitgeschleppt (Knorpelfraktur, Innenbandeinriss, Muskelfaserriss). Doch wer mit der Gesundheit spielt und etwas übers Knie brechen will, dem "bricht" mitunter das Knie - respektive reißt das Kreuzband.

Dieses ist Hütter übrigens schon drei Mal (in beiden Knien) passiert: 2017, eben 2019 und dann vor einem Jahr im Training erneut. Man kann davon ausgehen, dass ihr auch die Betreuer gut zugeredet und klargemacht haben, dass ihre wahrscheinlich letzte Chance als Skirennfahrerin darin besteht, es langsam anzugehen - immerhin warten auf die zweifache Weltcupgewinnerin eh noch einige Weltmeisterschaften und Olympia im kommenden Winter. Am Freitag wurde Hütter zwar nur 37., war aber dennoch so etwas wie eine Siegerin - aber nicht etwa, weil sie in Teilzeiten schon wieder mit den Besten mithalten konnte.