Am Wochenende erhielt "Kurier"-Chefredakteurin Martina Salomon einen Leserbrief, den sie auf Facebook postete. Sie wollte demonstrieren, mit welchem triefenden Hass und welcher Widerwärtigkeit man als Frau,
die in der Öffentlichkeit ihre Meinung vertritt, konfrontiert wird. Den Wortlaut hier zu zitieren, ist müßig, inhaltlich war er extrem frauenfeindlich und bedrohlich, formuliert wurde er übelst obszön. Ein Beweis dafür, dass dies eher etwas ist, wofür man sich den Mund auswaschen muss, folgte auf den Fuß: Das Facebook-Posting mit dem Zitat wurde von Facebook gelöscht, weil es gegen die "Gemeinschaftsregeln verstößt".

Nun, quod erat demonstrandum, möchte man sagen. Aber diese Episode zeigt auch die Grenzen der Inhalte-Überwachung von Facebook. Denn da wird kein Unterschied gemacht, ob jemand diese Worte als Angriff schreibt oder ob er diese Worte zitiert, um auf eine Problematik hinzuweisen. Ein weiteres Beispiel dafür, dass Differenzierung in Sozialen Medien einfach grundsätzlich nicht angelegt ist.

Die Bilderteilplattform Instagram freilich will genau das jetzt aber angehen: Bisher war es ein Sperrgrund, wenn man ein Bild mit weiblichen Brüsten und vor allem Brustwarzen gezeigt hat. Da wurde kein Unterschied gemacht zwischen erotischen Fotos und solchen, die etwa vor Brustkrebs warnen oder die stillende Mütter zeigen. Das soll sich nun ändern. Vielleicht wird ja dann auch der Facebook-Algorithmus irgendwann gescheiter.